AO: Action Base, Rauchenwarth
Operation: Free For All
Teilnehmer: ca. 30 Operator
Eigene Kräfte: knapp die Hälfte – Absolute-beginnerS und Freunde
Wetterlage: 14 °C beim Einrücken, bis zu 25 °C im weiteren Einsatzverlauf
Feindlage: motiviert
Eigene Lage: ebenfalls motiviert – zumindest anfangs
Endstatus: erschöpft, verschwitzt, zufrieden
Eintreffen im Einsatzgebiet
Neuer Spieltag, neues Einsatzgebiet – und wieder einmal hieß es: Free For All in der Action Base Rauchenwarth.
Rund 30 Spielerinnen und Spieler fanden sich ein, davon stellte unsere Einheit Absolute-beginnerS knapp die Hälfte der verfügbaren Kräfte.
Der Ablauf begann wie gewohnt: Ausrüstung fassen, Gear anlegen, Magazine bestücken und erstmal Lagebesprechung mit den bekannten und weniger bekannten Gesichtern. Schließlich gehört zum Airsoft nicht nur das gegenseitige Beschießen, sondern auch der Austausch mit den anderen Spielern.
Danach erfolgte die Einteilung:
Armbinde oder keine Armbinde. Wir entschieden uns für keine Armbinde.
Taktisch durchaus interessant. Schließlich ist eine leuchtende Armbinde nicht gerade das Nonplusultra militärischer Tarnkunst. Ein auffälliger Farbfleck weniger am Mann kann im Gelände durchaus hilfreich sein.
Andererseits entsteht dadurch ein kleines Problem:
Wenn der Gegner weiß, dass wir keine Armbinden tragen, ist plötzlich jeder ohne Armbinde verdächtig.
Aber gut. Tarnung ist schließlich auch Kopfsache.


Aufwärmphase – Puls 130 und steigend
Zum Auftakt standen mehrere Domination-Runden auf dem Programm.
Offiziell: Aufwärmen.Inoffiziell:
„Wir schauen mal, ob die Knochen noch funktionieren.“
Die Aufwärmrunden dienten dazu, sich wieder mit dem Gelände vertraut zu machen und die taktischen Abläufe hochzufahren. Für einige war es Routine, für mich persönlich nach einer längeren Spielpause vor allem eines: Material wieder kennenlernen, Bewegungsabläufe reaktivieren und herausfinden, ob der Körper den Wiedereinstieg genauso enthusiastisch sieht wie der Kopf.
Die Antwort kam relativ schnell. Ja.
Nur eben nicht ohne Beschwerden.
Der Puls kletterte zügig Richtung 130 – und das lag nicht ausschließlich an Bewegung und Adrenalin.
Denn während wir zu Beginn noch bei angenehmen 14 °C gestartet waren, arbeitete sich das Thermometer im Laufe des Tages Richtung 25 °C. Die Sonne hatte offenbar ebenfalls beschlossen, heute mitzuspielen.
Und sie war nicht auf unserer Seite.
Domination – drei Flaggen, zwei müssen sitzen
Nach den Aufwärmrunden wurde erneut aufmagaziniert und anschließend ging es in die ersten richtigen Domination-Gefechte. Die Regeln waren einfach, aber gnadenlos:
Drei Flaggen stehen im Gelände.
Zwei davon müssen erobert werden.
Ist eine Flagge einmal genommen, bleibt sie beim jeweiligen Team.







Keine ewigen Rückeroberungen, kein endloses Hin und Her.
Damit wurde Geschwindigkeit wichtig – aber ebenso die Entscheidung, wo der nächste Schwerpunkt gesetzt wird. Und genau hier zeigte sich wieder einmal, dass wir als Truppe inzwischen ziemlich gut eingespielt sind.
Die Absolute-beginnerS gingen konzentriert ins Gefecht, setzten die richtigen Prioritäten und konnten sich in zwei Runden jeweils den Sieg sichern.
Dominanz?
Durchaus.
Bescheidenheit?
Wird nachgereicht.
Eine Fahne – und dann wurde gelaufen
Danach wurde das Szenario nochmals reduziert.
Auf nur noch eine Fahne. Eigentlich sollte jetzt also die Feuerkraft entscheiden.
Eigentlich.
Denn der erste Versuch entwickelte sich etwas anders als erwartet.
Statt eines klassischen Gefechts mit Feuerunterstützung, Flankenmanövern und taktischem Austausch wurde die Sache kurzerhand zu einem reinen Laufsieg.
Kein Schuss.
Keine spektakuläre Feuerüberlegenheit. Einfach nur:
Schneller sein. Fahne holen. Fertig.
Militärisch ausgedrückt könnte man sagen:
„Der Gegner wurde durch überlegene Geschwindigkeit ausmanövriert.“
Sportlich ausgedrückt:
„Wir waren einfach schneller dort.“
Und manchmal ist genau das die effizienteste Taktik.
Operation „Big Bomb“
Dann kam der Moment, auf den niemand wirklich vorbereitet war. Die Bombe wurde aktiviert.
Und mit „Bombe“ meinen wir diesmal tatsächlich ein Objekt, das den Eindruck erweckte, als hätte jemand beim Munitionsdepot etwas übertrieben. Zum Einsatz kam ein leeres Kunststofffass mit mindestens einem Kubikmeter Volumen. Also kein kleines Päckchen, das man unauffällig unter den Arm klemmt.
Nein.
Ein 1-m³-Kunststofffass. Die Mission war entsprechend simpel: Das Ding muss zum Ziel.
Der Gegner hatte naturgemäß allerdings etwas dagegen.
Phase I – „Warum steht ihr da eigentlich noch?“
Der Start verlief zunächst eher zäh. Das Problem war schnell erkannt:
Wer das Fass schob, war aus der Deckung heraus hervorragend sichtbar.
Und damit auch hervorragend eliminierbar. Das gegnerische Team musste im Grunde nur warten, bis jemand mit seinem kleinen mobilen Eigenheim um die nächste Ecke kam.
Treffer. Fass steht. Schiebemann ausgeschieden.






Also musste eine neue Taktik her:
Phase II – Flanken statt Frontalangriff
Die Antwort waren zähe und konsequent durchgezogene Flankenmanöver. Statt das Fass blind frontal Richtung Ziel zu drücken, begannen wir, Teile des Spielfelds systematisch vom Gegner freizuhalten.
Flanken wurden besetzt, Gegner zurückgedrängt und dadurch entstand auf einer Seite des Spielfelds ein deutlich besser geschützter Korridor. Und plötzlich funktionierte die Sache.
Fass vor. Sicherung nachziehen. Raum gewinnen. Fass weiter. Meter für Meter. Keine elegante Parade.
Aber effektiv.
Moralische Zersetzung des Gegners
Mit jedem erfolgreichen Abschnitt wurde der gegnerische Widerstand spürbar schwächer.
Aus dem anfänglichen:
„Die kommen hier niemals durch!“
wurde langsam:
„Verdammt, die kommen tatsächlich durch.“
Und daraus wiederum:
„WARUM IST DIESES FASS IMMER NOCH DA?!“
Die zunehmende Demoralisierung führte zeitweise zu ziemlich hektischen Situationen.
Vor allem dann, wenn der Gegner versuchte, den Vormarsch mit massivem Granateneinsatz zu stoppen.
Doch auch das konnte unseren Vorstoß nicht dauerhaft aufhalten.
Phase III – Ziel erreicht
In mehreren Etappen wurde die Bombe weiter vorgeschoben. Deckung. Flanke. Sicherung. Schieben.
Wieder sichern. Wieder schieben. Und irgendwann war es tatsächlich soweit:
Das Fass erreichte den Zielpunkt. Mission accomplished.
Die gegnerische Partei war zu diesem Zeitpunkt – vorsichtig formuliert – nicht mehr ganz frisch.
Eigentlich war sie einfach nur noch fertig. Und wir?
Auch.
Aber wir hatten gewonnen. Das ist ein wichtiger Unterschied.




Sonnenstich – Endphase
Mittlerweile war es fast 16:00 Uhr.
Die Sonne hatte den ganzen Tag erbarmungslos auf das Einsatzgebiet gebrannt und aus dem ursprünglich angenehmen Herbsttag mittlerweile einen kleinen Belastungstest gemacht.
Schweiß, Dreck, leere Magazine und müde Beine waren inzwischen Standardausrüstung.
Die Mehrheit der Truppe beendete den Spieltag schließlich mit einem zufriedenen Grinsen im Gesicht.
Nicht weil noch Energie übrig gewesen wäre. Sondern weil keine mehr nötig war.
Mission Debrief
Was bleibt? Ein erfolgreicher Spieltag.
Ein paar sehr intensive Gefechte. Einige taktisch saubere Manöver.
Ein völlig überdimensioniertes „Bomben“-Fass.
Und vor allem wieder einmal der Beweis, dass die Absolute-beginnerS als Team funktionieren.
Denn einzelne Spieler können schnell sein. Einzelne Spieler können gut schießen. Einzelne Spieler können taktisch stark agieren.
Aber wenn sich alle aufeinander verlassen, entstehen Möglichkeiten, die allein schlicht nicht machbar wären.
Und genau das war heute wieder zu sehen.
Zusammenhalt. Kommunikation. Bewegung. Flanken.
Und gelegentlich ein völlig absurdes Kunststofffass, das unbedingt irgendwohin geschoben werden musste.
So muss Airsoft sein.
ABSOLUTE-BEGINNERS – STATUS
Mission: Erfolgreich
Flaggen: Gesichert
Bombe: Zugestellt
Gegner: Zermürbt
Granaten: Zahlreich
Sonne: Unverschämt
Puls: Nicht weiter spezifiziert
Kondition: Zur Untersuchung eingewiesen
Moral: 100 %
Teamgeist: 110 %
Absolute-beginnerS – wieder einmal gemeinsam durchgezogen.
Mission complete.
Out.
