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Initiale Lage

Im Februar fiel der Entschluss zur Teilnahme an der MilSim „Kandahar“ in Tschechien.
Innerhalb kurzer Zeit formierte sich ein Trupp von sechs Aufständischen (Insurgents) aus dem Echo Team.

Die Tickets waren im Vorverkauf mit rund 40 Euro günstig verfügbar, die Registrierung erfolgte unmittelbar – zunächst jedoch nur auf der Warteliste.

Primäre Zielsetzung war der Einsatz auf Seiten der Taliban-Fraktion, ISAF wurde bewusst ausgeschlossen.

Mit März kam die Bestätigung – verbunden mit einer neuen Lage:
Mindeststärke pro Team: 7 Insurgents.

Durch kurzfristige Verstärkung konnte die Einsatzstärke hergestellt werden. Besonders hervorzuheben ist hier Fabian, der nicht nur die Sollstärke sicherte, sondern sich später auch logistisch als entscheidender Faktor erwies.

Damit war die Registrierung als Team „Absolute-beginnerS“ innerhalb eines Teilnehmerfeldes von rund 1600 Kräften abgeschlossen.


Vorbereitung & Ausrüstung

Mit der Bestätigung begann die konkrete Einsatzvorbereitung:

  • Beschaffung fraktionskonformer Bekleidung und Ausrüstung gemäß Regelwerk
  • Abstimmung technischer Komponenten (Nachtsicht, Energieversorgung, HPA-Kompressor, Stromaggregate)
  • Zusammenstellung standardisierter Ausrüstungspakete innerhalb des Teams

Ein Probelauf erfolgte im Vorfeld im Rahmen eines Spiels in der Green Hell, um Material und Setup unter Realbedingungen zu testen.


Verlegung & Logistik

In der finalen Phase traten typische Probleme auf:

  • Ausfall geplanter Fahrzeuge
  • Anpassung von Routen
  • Optimierung bzw. Austausch von Ausrüstung
  • Technische Defekte an Waffenplattformen

Hier übernahm Fabian eine Schlüsselrolle:
Mit seinem Transporter konnte Personal und Material konsolidiert verlegt werden. Ohne diese Maßnahme wäre die Einsatzfähigkeit stark eingeschränkt gewesen.

Die Anreise selbst verlief weitgehend planmäßig, abgesehen von Verzögerungen durch Baustellen und Rush hour Verkehrsaufkommen im Raum Prag.


Einrücken in das AO

Nach Ankunft erfolgten:

  • Ausgabe der Eintrittsbänder
  • Marsch vorbei am imposanten ISAF-Hauptlager
  • Verlegung nach Kandahar City

Nach intensiver Geländebegehung wurde ein geeignetes Areal ausgewählt und eine eigene Zeltstellung aufgebaut.

Im Anschluss:

  • Einrichtung der Stellung
  • Kontaktaufnahme mit anderen Einheiten
  • Chronen der Waffen

Phase 1 – Nachtoperation (Start 19:00)

Die ersten 12 Stunden verliefen für das Team weitgehend ohne operative Wirkung.

Hauptprobleme:

  1. Bewegung im Gelände bei Nacht
  • Weitläufiges, bewaldetes und bergiges Terrain
  • Eingeschränkte Sicht durch unzureichende Nachtsichtgeräte
  • Verzicht auf Lichtquellen aus taktischen Gründen

    Gleichzeitig zeigte sich eine deutliche Überlegenheit der ISAF:
  • Einsatz von Wärmebildtechnik
  • Nutzung von Drohnen zur Aufklärung
    Die Situation war spürbar:
    Eigene Positionen konnten jederzeit aufgeklärt werden, ohne selbst wirksam reagieren zu können.
  1. Fehlende Lageinformation
  • Keine aktuelle Feindaufklärung
  • Orientierung ausschließlich über Gefechtsgeräusche
    Resultat:
    Durch langsame Bewegung im schwierigen Gelände wurden Gefechte regelmäßig zu spät erreicht.

Nach mehreren erfolglosen Ansätzen erfolgte der Abbruch weiterer Vorstöße und die Rückkehr nach Kandahar.


Zwischenfall – Angriff auf eigene Stellung

Während der Vorbereitung zur Nachtruhe näherte sich ein feindliches Fahrzeug der Zeltstellung und eröffnete das Feuer mittels Dach-LMG.

  • Sofortige Reaktion und Gegenfeuer
  • jedoch: keine effektiven Mittel gegen Fahrzeuge vorhanden

Erkenntnis:
Keine sichere Zone. Permanente Gefechtsbereitschaft erforderlich.


Phase 2 – Tagoperation

Der Einstieg am Morgen verlief verzögert.

Erstes Missionsziel:
Unterbindung eines Munitionskonvois

Bereits der erste Zugangsweg war durch ISAF-Kräfte blockiert und stark gesichert.
Daher erfolgte das Ausweichen ins Gelände mit permanenter Bedrohung durch Flankenangriffe.

Bewegung:

  • Mehrfacher Wechsel zwischen Auf- und Abstiegen
  • Annäherung an Höhe 33

Teilnahme an der Einnahme der Position konnte hergestellt werden.

Mangels Gegenangriff erfolgte im Anschluss Bewegung talwärts.
Dabei: Aufklärung von Punkt 35 (seltsame Campstruktur ohne Besatzung)


Operation Checkpoint 2

Auf dem Rückweg wurde:

  • Checkpoint 2 identifiziert und angegriffen
  • Erfolgreich eingenommen
  • Dokumentation im Logbuch durchgeführt
  • Afghanische Flagge gesetzt

Erst danach Rückverlegung nach Kandahar.

Versorgung (Mittag) erfolgte verspätet gegen ~15:00 Uhr.


Gefecht Westflanke Kandahar

Kurz nach der Pause entwickelte sich ein Gefecht an der Westflanke:

  • Ausweitung in angrenzende Hügel und Waldgebiete
  • Erfolgreiche Neutralisierung mehrerer ISAF-Trupps

Eigene Verluste führten zu:
Respawn-Zeit von 3 Stunden

Diese Phase wurde genutzt zur:

  • Dokumentation von Missionszielen
  • Erweiterung der Geländeaufklärung

Check von Lage Position 33


Phase 3 – Nachtgefecht

Mit Einbruch der Dunkelheit wurde die Geländeerfahrung gezielt erweitert.
Das Gelände erwies sich weiterhin als groß und anspruchsvoll.

Kontakt ~21:30 Uhr:

ISAF startete Angriff mit Konvoi (5–6 Fahrzeuge) auf Kandahar.

Eigene Reaktion:

  • Kombination aus Frontal- und Flankenangriff
  • Nutzung besserer Ausgangsposition

Ergebnis:

  • Hohe Verluste auf ISAF-Seite
  • Hoher Munitionsverbrauch
  • Teilweise Friendly Fire durch eingeschränkte Sicht

Friendly Fire

Nach dem Gefecht:

  • Keine weiteren Angriffe
  • Freuden”feuerwerk” in Kandahar
  • Kräfte konnten ruhen

Phase 4 – Finale Mission

Missionsziel:
Einnahme FOB bei Punkt 35

Optionen:

  • Direkter Angriff von Kandahar
  • Flankenstoß bei 37/36
  • Weiträumige Umgehung über Höhe 33

Mehrheit entschied sich für den Flankenangriff zur Bindung feindlicher Kräfte.


Aufklärungseinsatz (Einzelaufklärer)

Ein Aufklärer führte eigenständig ein Umgehungsmanöver durch:

  • Dauer: ~1,5 Stunden
  • Einnahme von Checkpoint 1
  • Umgehung feindlicher Straßensperren

Erreichtes Ziel:

  • Annäherung an FOB von rückwärtiger Flanke
  • ~45 Minuten Aufklärung aus verschiedenen Winkeln

Ergebnisse:

  • Identifikation von Fahrzeug- und Postenstellungen
  • Laufende Übermittlung an HQ

Zwischenfall:

  • Feindliche Patrouille nähert sich eigenem Fuchsloch und wird ausgeschaltet
  • Dadurch vermutete Preisgabe der eigenen Position

Folge:

  • Massives Gegenfeuer durch Fahrzeug-LMGs
  • Eigene Neutralisierung nach dem Verlassen der Deckung, bei der Bekämpfung nachrückender Operatoren

Wirkung:

  • Bindung feindlicher Kräfte
  • Verstärkte Verlagerung und Sicherung der Flanke durch ISAF

Abbruch & Rückverlegung

Aufgrund der Respawn-Regel (3 Stunden) und der verbleibenden Zeit wurde der Einsatz nach der Rückkehr nach Kandahar beendet.

Beginn:

  • Rückbau der Stellung
  • Verpacken von Ausrüstung

Kurz darauf einsetzender starker Regen bestätigte die Entscheidung.


Fazit

  • Realitätsnahe, fordernde MilSim mit hoher Intensität
  • Klare Defizite in Nachtkampffähigkeit und Aufklärung
  • Defizite bei Tarnung bei Aufklärung durch feindliche hochtechnisierte Einheiten
  • Gelände und Logistik als entscheidende Faktoren
  • Hoher Erfahrungsgewinn für das gesamte Team

Rückverlegung erfolgte erschöpft, aber erfolgreich.


Schlussbemerkung

Die Rahmenbedingungen und Unterstützung solcher Events sind im Ausland – in Tschechien werden diese vom tschechischen Militär gesponsert – deutlich ausgeprägter.
Vergleichbare Events wären auch in Österreich möglich – aber offensichtlich wird eine diesbezügliche Erfahrung seitens ÖBH oder Politik, im Sinne der Erhöhung der Wehrbereitschaft, nicht geschätzt…


Mission beendet.

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